Stärkekarten
Was kann ich gut? Was macht mich besonders? Und welche Stärken entdecke ich bei anderen? Hier findest du Ideen, wie ihr mit den Stärkekarten spielerisch ins Gespräch kommt und Charakterstärken im Alltag sichtbar macht.
So könnt ihr starten
Legt die Stärkekarten offen aus oder zieht eine Karte nach der anderen. Schaut euch die Begriffe gemeinsam an und lest bei Bedarf die Erklärung auf der Rückseite.
Es geht nicht darum, möglichst viele Stärken „zu haben“. Viel spannender ist die Frage: Welche Stärke erkenne ich bei mir? Welche bei anderen? Und welche möchte ich vielleicht noch mehr entwickeln?
8 Ideen für eure Stärkekarten
Das bin ich!
Legt alle Karten offen aus. Das Kind sucht drei Stärken aus, die besonders gut zu ihm passen.
Danach könnt ihr fragen: Woran merkst du, dass diese Stärke zu dir gehört?
Zum Beispiel: „Ich bin kreativ, weil ich gerne eigene Sachen erfinde.“
Eine Stärke für dich
Jede Person sucht eine Stärke für jemand anderen aus und erklärt, warum die Karte gut zu ihm passt.
Zum Beispiel: „Ich finde, du bist hilfsbereit, weil du mir gestern geholfen hast.“
So werden Stärken sichtbar, die ein Kind bei sich selbst vielleicht noch gar nicht wahrgenommen hat.
Stärke des Tages
Zieht morgens eine Karte und nehmt die Stärke mit durch den Tag.
Am Abend könnt ihr überlegen: Wo habe ich diese Stärke heute bei mir oder bei jemand anderem entdeckt?
Ein schönes kleines Ritual für Zuhause, Kita oder Schule.
Stärken-Detektive
Sucht euch eine Stärke aus und haltet im Alltag danach Ausschau.
Wann war jemand mutig? Wo hat jemand Geduld gezeigt? Wer war besonders aufmerksam oder mitfühlend?
So werden abstrakte Begriffe mit echten Situationen verbunden.
Stärken-Pantomime
Zieht eine Karte und stellt die Stärke dar, ohne ihren Namen zu sagen. Die anderen versuchen zu erraten, welche Stärke gemeint ist.
Besonders spannend wird es bei Begriffen wie Mut, Geduld, Hilfsbereitschaft oder Neugier.
Danach könnt ihr fragen: Woran habt ihr die Stärke erkannt?
Das möchte ich noch mehr entwickeln
Das Kind sucht eine Stärke aus, die es gerne noch mehr entwickeln möchte.
Danach könnt ihr gemeinsam überlegen: Wann könnte ich diese Stärke gebrauchen? Was wäre ein kleiner erster Schritt?
Wichtig: Es geht nicht darum, was ein Kind „noch nicht kann“, sondern darum, welche Stärke wachsen darf.
Meine Stärken-Geschichte
Zieht eine Karte und erzählt eine Situation, in der ihr diese Stärke schon einmal gebraucht habt.
Alternativ könnt ihr eine Geschichte erfinden: Wann könnte der Rüsselfuchs besonders viel Durchhaltevermögen, Mut oder Kreativität brauchen?
Unser Stärken-Team
Welche unterschiedlichen Stärken gibt es in eurer Familie, Gruppe oder Klasse?
Legt passende Karten zu den einzelnen Personen oder sammelt gemeinsam Stärken, die euch als Team ausmachen.
So wird sichtbar: Nicht alle müssen dasselbe gut können – gerade unterschiedliche Stärken machen eine Gruppe stark.
Kleiner Rüsselfuchs-Tipp
Manchmal fällt es Kindern schwer, ihre eigenen Stärken zu sehen. Dann kann es besonders schön sein, wenn jemand anderes eine Karte für sie auswählt und erklärt: „Die passt zu dir, weil …“
So wird aus einer Stärkenkarte ein ganz persönliches Kompliment.
Ideen für Schule & Gruppe
Stärkenrunde
Jedes Kind zieht oder wählt eine Stärke und erzählt, wann es diese schon einmal bei sich erlebt hat.
Unsere Klassenstärken
Welche Stärken braucht eine gute Klassengemeinschaft? Sammelt gemeinsam Karten und sprecht darüber, warum sie wichtig sind.
Nach einem Projekt
Welche Stärken haben wir heute gebraucht? Vielleicht Kreativität, Geduld, Mut, Teamgeist oder Durchhaltevermögen.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignen sich die Stärkekarten?
Die Karten eignen sich besonders gut für Kinder im Grundschulalter. Auch jüngere Kinder können einzelne, leicht verständliche Stärken entdecken, wenn Erwachsene die Begriffe gemeinsam mit ihnen erklären.
Muss ein Kind wissen, was jede Stärke bedeutet?
Nein. Genau dafür könnt ihr die Karten gemeinsam anschauen und die Erklärungen nutzen. Oft wird eine Stärke durch ein konkretes Beispiel aus dem Alltag viel verständlicher.
Was mache ich, wenn mein Kind keine eigenen Stärken findet?
Dann könnt ihr zunächst gemeinsam überlegen oder selbst eine Karte auswählen, die gut zum Kind passt. Hilfreich ist ein konkretes Beispiel: „Ich finde, du bist geduldig, weil du deiner Schwester heute so lange geholfen hast.“
Kann man Stärken auch entwickeln?
Ja. Stärken sind nichts Starres. Manche fallen einem Kind schon leicht, andere können mit Erfahrungen und Übung wachsen. Dabei hilft es, kleine Schritte und konkrete Alltagssituationen zu betrachten.
Kann ich die Stärkekarten in Schule oder pädagogischer Arbeit einsetzen?
Ja. Sie eignen sich zum Beispiel für Gesprächsrunden, Kennenlernphasen, Reflexionen, Sozialtraining oder als Impuls für die Klassengemeinschaft.
Sollte jedes Kind möglichst viele Stärken auswählen?
Nein. Es geht nicht darum, möglichst viele Karten zu sammeln. Viel wertvoller ist es, einzelne Stärken bewusst wahrzunehmen und mit konkreten Erlebnissen zu verbinden.
Stärken entdecken, die längst da sind
Kinder müssen nicht in allem gut sein. Oft hilft schon ein genauer Blick auf das, was bereits da ist: Mut, Kreativität, Mitgefühl, Neugier, Geduld oder eine ganz andere Stärke.
Nutzt die Karten so, wie es zu euch passt – als kleines Ritual, als Spiel oder einfach als schönen Gesprächsanlass zwischendurch.