Geschichtenkarten
Figur, Ort, Ding und Impuls – und schon kann eure Geschichte beginnen. Hier findest du Ideen, wie ihr mit den Geschichtenkarten immer wieder neue, lustige, spannende oder völlig verrückte Geschichten erfinden könnt.
So einfach geht's
Zieht jeweils eine Karte aus den vier Kategorien: Figur, Ort, Ding und Impuls. Schaut euch eure Kombination an – und erzählt eine Geschichte, in der alle vier Karten vorkommen.
Es gibt dabei kein richtig oder falsch. Die Geschichte darf kurz sein, lang, lustig, spannend oder komplett verrückt. Genau das macht den Reiz aus.
8 Ideen für eure Geschichtenkarten
Die klassische Geschichte
Zieht eine Figur, einen Ort, ein Ding und einen Impuls. Nun wird eine Geschichte erfunden, in der alle vier Karten vorkommen.
Tipp: Wenn der Anfang schwerfällt, startet einfach mit: „Eines Tages …“
Eine Geschichte – viele Erzähler
Eine Person beginnt mit ein oder zwei Sätzen. Danach erzählt die nächste Person weiter.
So wandert die Geschichte einmal durch die ganze Runde – und niemand weiß vorher, wo sie enden wird.
Nur drei Karten
Für jüngere Kinder oder einen schnellen Einstieg könnt ihr eine Kategorie weglassen.
Zieht zum Beispiel nur Figur, Ort und Ding. So wird die Aufgabe einfacher und es bleibt noch mehr Raum für eigene Ideen.
Die verrückte Zusatzkarte
Eure Geschichte läuft schon? Dann zieht mitten im Erzählen eine weitere Karte.
Plötzlich taucht ein neues Ding auf, die Geschichte bekommt einen neuen Impuls oder eine weitere Figur kommt dazu.
Jetzt muss die Geschichte spontan weitergehen.
Geschichte rückwärts
Beginnt diesmal mit dem Ende: „Und so kam es, dass …“
Danach überlegt ihr gemeinsam, was vorher passiert sein könnte und wie Figur, Ort, Ding und Impuls zu diesem Ende geführt haben.
Die 60-Sekunden-Geschichte
Zieht vier Karten und stellt einen Timer auf eine Minute. Schafft ihr es, in dieser Zeit eine komplette Geschichte zu erzählen?
Besonders lustig wird es, wenn wirklich jede gezogene Karte vorkommen muss.
Geschichte malen
Nicht jedes Kind erzählt gerne sofort laut. Dann können die vier gezogenen Karten zuerst als Bild oder kleine Bildergeschichte umgesetzt werden.
Danach kann das Kind erzählen, was auf seinem Bild passiert.
Was passiert als Nächstes?
Eine Person beginnt eine Geschichte und stoppt an einer spannenden Stelle.
Nun zieht ihr eine neue Impulskarte. Die nächste Person entscheidet anhand dieser Karte, wie die Geschichte weitergeht.
Kleiner Rüsselfuchs-Tipp
Versucht beim Erzählen nicht zu schnell zu helfen oder die Geschichte „logischer“ zu machen. Ein fliegender Elefant im Supermarkt? Ein Pirat, der plötzlich einen Kuchen backen muss? Perfekt.
Gerade die unerwarteten Ideen machen Geschichten spannend – und zeigen Kindern: Meine Idee darf genauso sein, wie ich sie mir ausdenke.
Die vier Kategorien clever nutzen
Figur
Wer erlebt das Abenteuer? Überlegt auch: Wie ist die Figur und was möchte sie?
Ort
Wo spielt die Geschichte? Was könnte dort passieren, das woanders nicht passieren würde?
Ding
Welcher Gegenstand taucht auf – und warum könnte er für die Geschichte wichtig werden?
Impuls
Was bringt die Geschichte in Bewegung? Der Impuls sorgt für Überraschungen und neue Wendungen.
Ideen für Schule & Gruppe
Gemeinsame Klassengeschichte
Vier Karten ziehen und gemeinsam erzählen. Jedes Kind darf einen Satz ergänzen. So entsteht aus vielen Ideen eine einzige Geschichte.
Schreibimpuls
Die Karten ziehen und anschließend eine eigene Geschichte dazu schreiben. Besonders praktisch als kreativer Schreibanlass in der Grundschule.
Morgenkreis-Geschichte
Zieht zu Beginn des Tages vier Karten und erfindet gemeinsam eine kurze Geschichte. Das funktioniert auch gut als lockerer Einstieg in die Gruppe.
Geschichten in kleinen Teams
Jede Gruppe bekommt eine eigene Kartenkombination. Anschließend werden die entstandenen Geschichten gegenseitig erzählt oder vorgelesen.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter eignen sich die Geschichtenkarten?
Die Geschichtenkarten sind für Kinder ab etwa 5 Jahren gedacht. Jüngere Kinder können mit weniger Karten starten oder die Geschichte gemeinsam mit einem Erwachsenen erzählen.
Müssen immer alle vier Kategorien verwendet werden?
Nein. Gerade für den Einstieg könnt ihr nur zwei oder drei Karten ziehen. Wenn das Erzählen leichter fällt, könnt ihr nach und nach weitere Kategorien dazunehmen.
Was mache ich, wenn meinem Kind nichts einfällt?
Gebt etwas Zeit und stellt kleine offene Fragen: „Was könnte als Erstes passieren?“, „Was möchte die Figur?“ oder „Warum ist dieses Ding plötzlich wichtig?“ Wichtig ist, die Geschichte nicht für das Kind zu übernehmen.
Muss eine Geschichte einen richtigen Anfang und ein Ende haben?
Nein. Gerade beim freien Erzählen darf eine Geschichte auch kurz, chaotisch oder offen sein. Mit der Zeit entstehen meist ganz von selbst längere und strukturiertere Geschichten.
Kann man die Karten auch alleine nutzen?
Ja. Kinder können alleine Geschichten erzählen, Bilder dazu malen oder die Karten als Impuls zum Schreiben verwenden.
Eignen sich die Geschichtenkarten für Schule und Kita?
Ja. Sie können im Morgenkreis, zum freien Erzählen, als Schreibimpuls, in Kleingruppen oder für gemeinsame Geschichten eingesetzt werden.
Vier Karten. Unendlich viele Geschichten.
Dieselben Karten können jedes Mal eine völlig andere Geschichte entstehen lassen. Mal spannend, mal lustig, mal herrlich verrückt.
Lasst euch überraschen, wohin euch Figur, Ort, Ding und Impuls beim nächsten Mal führen.